Herr, wirf Pasta vom Himmel!
Vielleicht treffen ein paar Lasagneplatten und fördern die Denkprozesse… konkret in den Köpfen von Tom Cruise und Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der mir schon bei der letzten Oskar-Verleihung durch sein arrogantes Gutsherrengehabe extrem negativ aufgefallen ist. Steckt man beide zusammen in ein Filmprojekt (nicht falsch verstehen, Regisseur ist Bryan Singer), wird es wirklich gruselig, besonders angesichts des Themas: das missglückte Attentat auf Hitler, und ausgerechnet Hollywoods Vorzeige-Grinsebacke und Sofahopser Cruise soll Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielen.
Schlimmer wäre eigentlich nur noch Robert DeNiro als Adolf, aber auch so treibt dieses Projekt immer seltsamere (Stil)Blüten. Angesichts der Weigerung deutscher Behörden, Originalschauplätze als Drehorte freizugeben, und der deutlichen Kritik an Cruise als Hauptdarsteller knallt Donnersmark heute in der FAZ richtig schön durch und versteigt sich in weltfremde Äusserungen wie diese:
Cruise, so schreibt Donnersmarck in einem Artikel für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Dienstag-Ausgabe), „ist der erfolgreichste aller Superstars“. Indem er sich der Rolle Stauffenbergs annehme, werde er „sein Superstar-Licht auf diesen seltenen glanzvollen Moment im düstersten Kapitel unserer Geschichte werfen. Er wird dadurch allein das Ansehen Deutschlands mehr befördern, als es zehn Fußball-Weltmeisterschaften hätten tun können.“
Hallo? Jemand zuhause? Noch ganz knusper, der Herr? Die deutsche Geschichte (und besonders dieses Kapitel!) hat es bestimmt nicht nötig, durch eine eindimensional chargierende Hollywood-Nullnummer ein wenig “Glanz” abzubekommen, erst recht nicht wenn man bedenkt, immerhin vom bekennenden Vorzeigehansel einer demokratie- und menschenrechteverachtenden Vereinigung aka Scientology zu sprechen. “Unangebracht” erscheint mir da noch die treffendste Formulierung bezüglich der Darstellerwahl. Und mir ist herzlichst egal, dass die Amis diesen Hirnschiss als Religion anerkennen, der Rest der Welt muss ja nicht jeden Blödsinn von dort glauben und nachplappern. Das ist immerhin das Land, in dem Kreationisten immer mehr Macht gewinnen und zur intellektuellen Verblödung der Bevölkerung beitragen.
Nichts gegen einen Film über Stauffenberg, aber bitteschön mit einem Hauptdarsteller, der keine Beleidigung für sein Andenken ist. Genau DAS ist Tom Cruise aber, ganz egal ob das vor lauter Toleranz für jeden Mist verblendete Schreiberlinge oder größenwahnsinnige Regisseure wahrhaben wollen oder nicht. Meine Güte.





Es gibt nichts häßlicheres als Dummheit. Und in diesem Fall scheint alles auf den Wahn der Welt hinauszulaufen. Igitt, Du hast völlig Recht.
Was kommt dann eine neue “Sophie Scholl” mit Pamela Anderson?
Wär die nicht eher eine tolle Eva Braun?
Dafür gibts doch noch mehr Auswahl. Cameron Diaz? Das “lustige Anhängsel” von Tom Cruise? Paris Hilton?
Paris Hilton könnte vom IQ her hinkommen
Wie werden die restlichen Rollen verteilt?
War gerade bei Deiner Freundin Gummigeräusche, vorher 3 x abgestürzt.
Der Regisseur sollte möglichst so ein Möchtegern Oskar-Gewinner mit höllenlangen Namen sein, dann wirds bestimmt schrill..
Hätten wir was extravagantes für Goebbels? Da gabs doch diesen ultra-Pilitiker aus Hamburg, der die Suene aufgemischt hat? Name? XXXXXX!* Da passte schon die Gesinnung.
* Edit: sorry für den Edit, aber das ist mir zu heiss, um es stehen zu lassen. Es gab schon für weniger Abmahnungen *grmpf*
dori
Du schreckst vor keinem Schmierentheater zurück, kann das sein? Aber mach weiter, bin auf den Rest der Besetzung gespannt! beschränke dich allerdings bitte auf schauspieler (und was sich dafür hält), direkte vergleiche können ungesund sein…
Danke..
Danke dir!
Das sieht so sogar richtig gut aus. Jetzt kann jeder seine eigenen Monstren da reindenken. Wie praktisch.
das kann ja nicht gutgehen
tom cruise ist mir schon seit langer zeit extrem unsympatisch,natürlich auch durch diesen ganzen Scientology kram,der mir auch höchst suspekt ist.aber warum muss er denn ünbedingt einen film dadrüber machen?!der soll bei seinen hirnlosen actionfilmen bleiben und guten filme den charakter darstellern überlassen die irgendwie ne ahnung davon haben!
kennt eigentlich jmd den TV film dazu?der war gut!
Den TV-Film kenn ich nicht, aber gerade historische Themen sind in diesem Medium immer wieder erstaunlich gut aufgehoben. Kommt halt darauf an, welcher Sender die Finger dran hat.
Was Tom Cruise betrifft - würde mich freuen, wenn er hauptberuflich in die Sofa-Industrie wechseln würde. Sprungfederntester wär doch ein perfekter Job für ihn
Reicht da seine Qualifikation?
Hier die Info alle Filme zu “Operation Walküre”
1955: Der 20. Juli (Spielfilm, D, 1955) In der IMDB
1989: Stauffenberg. 13 Bilder über einen Täter von Hans Bentzien und Erich Thiede, Eine Dokumentation, DDR
1990: Stauffenberg – Verschwörung gegen Hitler
2004: Die Stunde der Offiziere Semidokumentarischer Spielfilm
2004: Stauffenberg von Jo Baier
2005: Stauffenberg (Fernsehdokumentation) Die Verschwörung - das Attentat vom 20. Juli
2008: Valkyrie (von Bryan Singer mit Tom Cruise als Graf von Stauffenberg[5][6])
Ihr seit ja sowas von pöhse
@ nickpol: Was ist denn der Unterschied zwischen Realität und Bösartigkeit?
Och, ich finde das passt schon. Ich zitiere mal unseren “Volkshelden”:
„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.“
– Claus Schenk Graf von Stauffenberg in einem Brief an seine Frau Nina aus dem besetzten Polen
(quelle)
P.S.: hätte der Putsch Erfolg gehabt, wären “wir” wieder eine Monarchie. Die Motivation für den Putsch war nicht seine Gegenerschaft zur Ideologie des Regimes sondern der Versuch, einen Krieg noch zu beenden, ohne ihn total verlieren zu müssen.
Der Mann war kein “Freiheitsheld” und erst recht kein “Demokrat”. Der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund.
Einem antidemokratisch organisiertem Depp wie Cruise ausgerechnet mit diesem Thema eine Plattform zu bieten ist kein Stück hilfreich. Die deutsche Geschichte braucht sicher keine Hollywood-Hanseln, die sich fürsorglich ihrer annehmen.